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Informationen zu den Leuchtobjekten 2017


Die Objektkörper baue ich aus dünnen Tonplatten frei auf und forme sie aus. Ich kann innen keine Stege einbauen, da sonst der Lichtfluss gebrochen wird. Es muss also von vornherein äußerst exakt und präzise gebaut werden, zudem kann im Nachhinein nichts korrigiert werden, da in diesem Stadium der Innenraum völlig verschlossen ist. Das Material ist noch weich und wird durch die eingeschlossene Luft am Zusammenfallen gehindert. Im nächsten Stadium öffne ich den Körper in der Standfläche, die später als Montageöffnung für die Leuchteninstallation dient. Nun behaute ich das komplette Objekt mit einem schwarzbraun ausbrennenden Steinzeugton.


Sobald er nicht mehr schmiert aber noch nicht richtig angetrocknet ist, beginnt für mich die heiße Phase, denn genau dann sollten alle Löcher auf einmal gemacht sein. Da die Tone viel Wasser gebunden haben, bleibt mir ein Zeitfenster von 8 bis 10 Stunden, danach wird die Oberfläche zu trocken und es entstehen beim Bohren nicht mehr die schönen Grate.


Nach einem 8- bzw., 10-stündigen Hantieren mit meiner Bohrwelle bin ich erst einmal bedient und lasse das Objekt langsam und gleichmäßig mindestens eine Woche trocken. Danach wird es vorsichtig innen ausgeschliffen und auf den Brand vorbereitet. Gebrannt wird bei knapp 1300°C.


Final werden Porzellanfassung, Zuleitung und LED-Leuchtmittel installiert und das Ergebnis begutachtet. Erst jetzt wird sichtbar, inwieweit sich meine Vorstellung mit meiner handwerklichen Umsetzung deckt. Zum einen weil beim Bohren der Innenraum noch völlig im Dunkeln lag und zum anderen, weil bei einer Schwindung von ca. 11 Prozent, vom gebauten bis zum gebrannten Objekt, kleinste Nachlässigkeiten unweigerlich sichtbar werden.


Die reine Arbeitszeit für solch ein Leuchtobjekt liegt je nach Grösse zwischen 16 und 20 Stunden. Da diese Objekte in jedem Stadium ein sehr hohes Maß an Konzentration und präziser Ausdauer erfordern, fertige ich jeden Entwurf nur ein einziges Mal, gekennzeichnet durch eine fortlaufende Nummer im Boden.


Um was geht es?

Während ich mit der letzten Kollektion das Lichtspiel im Umfeld der Objekte ausgelotet habe, ist bei der neuen Gruppe die Reflexion und Lichtbrechung im Körper selbst in den Vordergrund gerückt. Das heisst, nun spielt die Farbe des Materials, die Reflexion im Inneren und die Brechung in den Öffnungen eine zentrale Rolle. Der Ton färbt das Licht. Gewinkelte Bohrungen brechen den Lichtstrahl mehrfach und lassen hellere und dunklere Strukturen entstehen. 


Gold & Platin


Die Gefäße werden frei auf der Töpferscheibe gedreht, mattweiß glasiert und bei ca. 1300°C gebrannt. Anschließend werden sie in zwei Lagen feuermattvergoldet oder -platiniert ( Weißgold ).

Bitte von Hand reinigen, nicht ineinander stellen und auf keinen Fall in der Mikrowelle verwenden. Ansonsten sind diese Gefäße im täglichen Gebrauch recht unempfindlich und gewinnen mit der Zeit durch eine leichte Patina noch an Reiz.


Sgraffito Glasurtechnik


Hierbei werden die Gefäße oder Plastiken zunächst mit einem Lehm-Feldspat-Gemisch behautet. In diese Schicht werden feine Ritzungen und Strukturen eingearbeitet. Danach wird das Stück mit einer mattweißen Glasur überzogen.

Die reichhaltigen Metalloxyde in den Lehmen blühen im Brand aus und durchfärben die Überglasur. Es entstehen sehr tiefe, wunderschöne, changierende Oberflächen. Alle Glasuren und Lehmgemische sind von Grund auf Eigenentwicklungen.